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- Allgemein (42)
- 16.4.2008: Fotos sind da!
- 4.4.2008: Ich packe meinen Koffer und nehme mit...
- 3.4.2008: Gemischte Eindrücke einer langen Reise
- 2.4.2008: Sayings about India…
- 1.4.2008: Du weißt, dass du lange in Indien gewesen bist, wenn...
- 20.3.2008: All India Tour Part 1 (Fotos auf Brittas-Planet!)
- 12.3.2008: Von der Herausforderung, eine indische (Ehe)Frau zu sein
- 12.3.2008: Hetali’s Hochzeit
- 12.3.2008: Abschied nehmen von Chennai
- 4.3.2008: Klassenfahrt nach Kerala!
Bilder aus Tamil Nadu
29.2.2008 von britta.mueller.
Nein, ich habe in den vergangenen Monaten nicht ausschließlich gelernt, Hausarbeiten geschrieben und gegessen… Ich habe auch auf einigen wenigen Ausflügen Chennai und Umgebung kennengelernt. In meiner neuen kleinen Foto-Sammlung findet ihr unter der Rubrik “Chennai & Around” Bilder von…- Chennai, meiner Studienstadt am Meer mit dem zweitlängsten Strand der Welt, obgleich dieser nicht zum Baden einlädt
- Mahabalipuram, einem Urlaubsort am Meer, in dem man einige imposante Tempel besichtigen kann
- Pondicherry, einer ehemaligen französischen Kolonie, die langsam, fünfzig Jahre nach Abzug der Franzosen, ihren Kolonialcharme verliert
- Dakshina Shitra, einem Freilichtmuseum über Südindien mit regionaltypischen Häusern, Handwerk und Informationen über die Geschichte der vier südindischen Staaten Tamil Nadu, Kerala, Andrah Pradesh und Karnataka
- Tada, einem Ausflugsziel in Andrah Pradesh, bekannt für seine Wasserfälle (die wir aus Zeitmangel leider nicht erreicht haben)
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Pondicherry – Ein Abenteuerausflug…
29.2.2008 von britta.mueller.
Es ist geschafft. Zwar sind noch drei Hausarbeiten zu schreiben, aber heute, nach meiner vierten Klausur, will ich davon mal nichts hören. Ich habe die letzten zwei Wochen pausenlos durchgearbeitet, mich an fünf Stunden Schlaf gewöhnt, drei Hausarbeiten, zwei Präsentationen und vier Klausuren hinter mich gebracht. An so einen Stress bin ich seit Spanien gar nicht mehr gewöhnt… Zur Feier des Tages steht deshalb heute ein Ausflug nach Pondicherry auf dem Programm.
Mein Kommilitone Pritam hat mir den Vorschlag gemacht, nach Pondicherry zu fahren, weil er es für unmöglich hält, dass ich Südindien verlasse, ohne dort gewesen zu sein. Pondicherry war bis in die sechziger Jahre eine französische Kolonie und ob einiger Reste französischer Architektur ein beliebtes Touristenziel. Pritam hat sich für unseren Auflug das Motorrad eines Freundes ausgeliehen. Los geht es!
Wir lassen Chennai hinter uns und biegen auf die East Coast Road (ECR), eine gut ausgebaute Maut-Landstraße, auf der wir bis Pondy 120 km zurücklegen müssen. Die ECR führt entlang der Küste, vorbei an Dakshin Shitra und Mahabillipuram, Orten, die ich schon kenne. Nach Mahaballipuram führt die ECR lange durch „nichts”. Ich genieße den frischen Fahrtwind (der darüber hinwegtäuscht, dass es 35 Grad Mittagshitze sind und ich mir gerade den Sonnenbrand meines Lebens hole), sehe Reisfelder, unberührte Wälder und Salzfelder. Ja richtig, wie zu Gandhi’s Zeiten wird hier Salz aus dem Meer gewonnen, in dem Meerwasser in großen Becken gesammelt wird um dort zu verdunsten. Das gewonnene Salz lagert in kleinen Häufchen am Straßenrand und wird zur Weiterverwendung an die großen Lebensmittelkonzerne verkauft.
Wir machen einen dieser typischen indischen Reisehalte am Straßenrand, um eine „tender coconut” zu kaufen. Tender Coconut ist so etwas wie ein indischer Energydrink, 100% ökologisch abbaubar: Den nahrhaften süßlichen Saft dieser Kokosnuss trinkt man zunächst mit einem Strohhalm. Dann schlägt der Verkäufer die Nuss mit einem Beil auf, so dass man das weiche, fleischige Kokosnussinnere essen kann.
Nach dreieinhalb Stunden Fahrt erreichen wir endlich Pondy. Unsere erste Station ist Auroville, eine Kommune, die von einem indischen Guru und einer Französin 1968 gegründet wurde, aus Hippies aus aller Welt besteht und einer Art Religion von Frieden und Harmonie folgt. Obwohl ich das ganze Hippie-Tingeltangel und die plötzliche Dichte von Menschen meiner Hautfarbe etwas befremdlich finde, genieße ich die Sauberkeit, einen frischen Salat, eine französische Spinatquiche und die herrliche Ruhe, die uns hier umgibt.
Nach Mittagessen und Besichtigungsspaziergang machen wir uns auf den Weg in die Stadt. Ein Teil der Straße ist gesperrt, so dass Pritam das Motorrad durch ein kleines Dorf lenken muss, in dem ich das Dorfleben, dass ich bisher nur aus dem Museum kenne, in Natura sehe – die Menschen leben in kleinen einfachen Holzhütten; Ziegen, Kühe und Hunde streunen umher und unser Motorrad sowie meine Präsenz sind eine Sehenswürdigkeit…
Im Stadtkern von Pondicherry angekommen, besuchen wir einen Ashram, eine Art Hindu-Kloster. Wie Auroville zeichnet sich der Ashram durch eine himmlische Ruhe aus, auch wenn zahllose Gläubige einströmen um sich vor einer Art Altar mit Blumen zu verneigen und sich dann, wortlos, im Schneidersitz auf den Boden zu hocken und zu meditieren.
Bevor wir unsere Rückfahrt antreten, erkunden wir noch die Strandpromenade und essen zu abend – aufgrund meiner indischen Begleitung komme ich leider nicht in den Genuss der angeblich köstlichen französischen lokalen Küche, sondern gebe mich einmal wieder mit Curry zufrieden. Meine Laune verschlechtert sich zunehmend aufgrund einiger äußerer Umstände. Auf der Suche nach einem Lokal steuerte Pritam durch einige dunkle Ecken von Pondy, die alles andere als französisch waren. Die Armut Indiens, an die ich mich aufgrund meines abgeschotteten friedlichen Lebens auf dem IIT-Camput noch nicht richtig gewöhnt habe, zeigt sich besonders intensiv, wenn es dunkel wird. Plötzlich sind die Straßenränder nicht mehr nur gesäumt von Kühen und Ziegen, sondern auch von zahllosen Menschengestalten, die, eingehüllt in einfache Decken, hier ihre Nachtruhe finden. Ich erlebe das zum ersten mal und fühle mich dabei noch nicht gerade wohl. Mir graut außerdem vor der Rückreise, die mindestens vier Stunden dauern wird. Vier Stunden im Dunkeln ohne Helm und Jacke auf einem Motorrad, dessen Tacho nicht mehr funktioniert und das nicht in Tamil Nadu gemeldet ist… Mir wird mulmig und ich muss zugeben, ich habe diesen Ausflug unterschätzt. Während ich in Anbetracht dieser Aussichten lustlos an meinem Paneer Masala knabbere, schmatzt und rülpst Pritam genüsslich über seinem Abendessen nach bester indischer Manier…
Als wir die Rückfahrt antreten, bestätigen sich meine Befürchtungen. Weil Pritam sich nur halb so gut auskennt wie vorgegeben, dauert es erst mal eine Stunde, bis wir unseren Weg aus der Stadt heraus finden. Endlich auf der East Coast Road, beginne ich fürchterlich zu frieren. Zweieinhalb Stunden lang rasen wir durch die Dunkelheit. Meine Kontaktlinsen sind von der feuchten Luft beschlagen und ich kann nur schemenhaft die LKWs und Busse ausmachen, die uns knatternd und schlecht beleuchtet entgegenkommen. Endlich erreichen wir den Stadtrand von Chennai, da kommt, was zu befürchten war: eine Polizeikontrolle.
Unser Motorrad ist nicht in Tamil Nadu, sondern in Andrah Pradesh angemeldet, einem benachbarten Bundesstaat. Das ist illegal und kostet offiziell eine Strafe von 2000 Rupees, umgerechnet ca. 35 €, in Indien sehr viel Geld. Die Beamten, die uns kontrollieren, sind natürlich korrupt. Zunächst beleidigen sie uns kräftig, beschuldigen uns betrunken zu sein und wer weiß was gemacht zu haben. Ein jüngerer Beamter hat großen Spaß daran, mich über meine Herkunft und mein Studium auszufragen und es fällt mir schwer, ihn ernst zu nehmen und freundlich zu bleiben. Sein Chef verkündet dann seine Bereitschaft, die Sache für 500 Rupees auf sich beruhen zu lassen. Pritam verhandelt. Wir kommen mit 200 Rupees davon. Willkommen in Indien.
Aber es kommt noch schlimmer… Nur wenige Kilometer nach der Polizeikontrolle gibt das Motorrad seinen Geist auf. Pritam versucht und versucht zu starten, aber nichts tut sich. Es sind noch immer zehn Kilometer bis zum Campus… Nachdem wir zwei geschlossene Tankstellen zu Fuß abgeklappert haben, weil der Verdacht nahe liegt, dass uns einfach Benzin fehlt, hat Pritam die hervorragende Idee, einen Freund anzurufen, der uns dann auf seinem Motorrad abholen könnte. Mir wird das langsam zu viel. Nach bester europäischer Diva-Manier bestehe ich darauf, ein Taxi oder eine Autorikscha zu nehmen, anstatt mitten in der Nacht verloren hier zu stehen und zu warten. Pritam kann meine Verzweiflung nicht so recht verstehen, aber willigt schließlich ein. Unsere bis dahin so gute Freundschaft nimmt durch mein Verhalten einen intensiven Knacks, der sich in den nächsten Wochen nicht mehr reparieren lässt. Pritam fühlt, ich hätte ihm misstraut. All mein Dank für den Ausflug und Bitten um Verständnis für die mit zuwideren Umstände können daran nichts ändern.
Um zwei Uhr nachts bin ich endlich in meinem Zimmerchen angelangt. Ein weiterer Tag Indien intensiv geht zuende…
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Eine südindische Hochzeit!
4.2.2008 von britta.mueller.
Endlich ist der Tag gekommen: Ich fliege zu einer indischen Hochzeit nach Coimbatore! Die Schwester von Sujay, einem indischen Kommilitonen aus meiner Mannheimer Klasse, heiratet. Obwohl ich Sujay noch nie in meinem Leben getroffen habe (als ich in Spanien war, war er in Kanada, jetzt studiert er gerade in Dänemark), hat er mich sofort spontan eingeladen, da Coimbatore nur eine Flugstunde von Chennai entfernt ist.
Eigentlich wollte ich mir ein langes Wochenende frei nehmen und neben Sujay’s Heimatstadt noch eine Bergregion besuchen, aber spontan wurde für den heutigen Samstag eine Klausur anberaumt, so dass ich die Bergregion aus meinem Trip streichen musste. Zum Glück gab es noch ein Flugticket und ich schaffe es rechtzeitig zur Hochzeit!
Sujay holt mich mit Freunden vom Flughafen ab. Ich erkenne ihn gleich von den Fotos, die ich gesehen habe. Aus unseren Konversationen am Telefon und per Email klang er immer so wie ein guter Schulfreund – jetzt, da ich ihm gegenüberstehe, sehe ich einen schüchternen, stillen, jungen Inder, der mich sehr an meine eigenen Klassenkameraden in Chennai erinnert. Er fährt mich zu zwei Freundinnen, bei denen ich die Nacht vor dem großen Fest verbringen kann.
Die beiden Mädchen, Nandini und Megha, sind aus Kerala und studieren Psychologie. Zum Abendessen nehmen sie mich in eine kleine Hütte mit, in der ich offensichtlich als erste Westlerin zu Gast bin. Die starrenden Blicke sind sehr freundlich. Der Wirt kürt mich umgehend zu seinem persönlichen Ehrengast und bringt mir alles, was die Küche zu bieten hat. Statt mit einem Löffel von einem Teller esse ich mit den Fingern von einem Bananenblatt und bin froh über eine Abwechslung gegenüber meinem typischen Kantinen-Essen! Nandini und Megha sind sicher, der Wirt werde sicherlich die nächste Woche lang jedem Gast erzählen, dass eine Deutsche bei ihm zu Gast war!
Zurück im Zimmer von Nandini und Megha führen wir eine inzwischen schon vertraute Konversation über die Unterschiede zwischen Frauen im Westen und indischen Frauen (dazu später noch einmal mehr). Irgendwann fällt der Strom aus. Wir diskutieren bei Kerzenschein weiter und ich schließe die beiden in mein Herz. Sie schlafen zusammengedrängt in einem ihrer beiden Betten und überlassen mir das andere.
Ich kann vor Aufregung das Weckerklingeln zu verpassen kaum schlafen. Früh um 6:00 Uhr holt mich Sujay’s Freund Nariv mit seiner Mutter ab. Ich fahre mit zu ihm nach Hause, damit seine Mutter mir beim Ankleiden meiner Sari helfen kann. Eine Sari besteht einfach nur aus einem fünf- bis sechsmeterlangen Stück Stoff, etwa 1 Meter breit. Sie wird zu einem edlen Gewand umgeschlungen, was indische verheiratete Frauen täglich und zu Festlichkeiten alle Frauen tragen. Es dauert eine gute halbe Stunde bis Nariv’s Mutter und Cousine mich „eingewickelt“ haben (das Gewand hielt einen Tag lang mit nur 4 Sicherheitsnadeln). Mit einer glitzernde Kette, zahllosen Bangals (Armreifen) und sogar einem Bindi auf der Stirn sehe ich nun wirklich indisch aus!
Nariv und ich fahren zum Tempel, wo die Hochzeitszeremonie stattfinden wird. Angekommen, stürzt sich erst einmal der Hochzeitsfotograf auf mich. Beim Abendessen werde ich sehen, dass ich für ca. 3 Minuten in Nahaufnahme als Attraktion auf dem Hochzeitsvideo verewigt bin.
Gegen 7:30 Uhr beginnt die Zeremonie im Tempel. Sujay’s Schwester sieht wunderhübsch aus. Zunächst sitzen Braut und Bräutigam auf dem Boden und werden von all ihren Verwandten beglückwünscht und gesegnet. Dann kommt die „richtige“ Zeremonie mit einem Hindu-Priester, zu der der Austausch von Ringen und Blumenkränzen gehört. Währenddessen werfen die Gäste Safragn-Reis, der meine Hände bis zum Abend gelb färben soll.
Vom Tempel aus fährt die gesamte Hochzeitsgesellschaft zu einem großen Frühstück, was wir an langen Tafeln einnehmen - wieder von Bananenblättern, wieder sehr lecker. Ich weiß bald gar nicht mehr, wie ich mich zurück auf deutsches Frühstück umstellen soll, nachdem ich mich so an Reis, Fladenbrote und Chutneys gewöhnt habe…
Nach der Zeremonie bricht ein kleiner „Kampf“ darum aus, wer den weiteren Tag bis zum abendlichen Empfang mit mir verbringt. Es endet damit, dass ich zunächst bei Nandini und Megha ein Stündchen schlafe, danach mit Nariv und seinen Freunden zu Mittag esse und schließlich mit Sujay’s Cousine Amrita die Stadt erkunde. Amrita ist 19 und möchte gerne im Ausland studieren, deshalb hat sie tausend Fragen an mich. Wir düsen auf ihrem Mofa durch die Stadt, ich im Damensitz immer noch in meiner edlen Sari. Ich freue mich, dass wir unter anderem eine alte Missionarskirche besuchen, die auf mich sehr heimatlich wirkt.
Schließlich muss Amrita sich für den Abend bereit machen, und zwar in dem Schönheitssalon, in dem auch bereits die Braut und der restliche weibliche Teil der engeren Hochzeitsgesellschaft „behübscht“ werden. Ich habe die Gelegenheit, noch 2x beim Sari-Wickeln zuzuschauen in der Hoffnung, es irgendwann einmal selbst hinzubekommen. Die Salonbediensteten finden mich (wie jeder heute) sehr hübsch und malen mir die Augenbrauen schwarz, damit meine blasse Haut noch blasser wirkt. Inder finden das schön… Endlich habe ich auch die Möglichkeit, ein Foto mit der Braut zu bekommen. Sie sieht aus wie ein Püppchen mit ihren 24 Jahren und ist sehr aufgeregt: nicht nur wegen des Festtages, sondern auch, weil ihr Bräutigam aus Sri Lanka kommt. Das bedeutet für sie, bald dort hin zu ziehen und davor hat sie aufgrund des Bürgerkrieges Angst…
Endlich fahren wir zum Empfang. Amrita’s Vater fährt uns in einem Suzuki-Kleinwagen, in dem wir zu siebt (!!!) Platz nehmen.Der Empfang besteht aus dem kurzen Verlesen der Vita der beiden Familien und dem Anschneiden einer riesigen Torte, gefolgt von einem großen Buffet. Ich muss früh aufbrechen, um den letzten Flug zurück nach Chennai zu nehmen.
Auf dem Heimweg wird mir überall gesagt, wie hübsch ich doch in meiner Sari aussehe. Eine Westlerin in diesem Gewand zu sehen, ist einfach sehr ungewöhnlich. Selbst meine Freundinnen in Chennai, denen ich mein Gewand nach meiner Ankunft vorführe, holen sofort ihre Kameras… Ein aufbauendes Gefühl nach all den ernüchternden bis deprimierenden Studienerlebnissen der letzten Tage! Ein aufregendes Wochenende geht zu Ende.
Fotos wie üblich auf http://www.brittas-planet.de/3.html
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Saarang - kochen, tanzen, töpfern…
4.2.2008 von britta.mueller.
Vom 24.-27. Januar fand auf unserem Campus „Saarang“ statt, eines der größten Kulturfestivals Südindiens.
Das Fest begann mit einem Abend klassischer indischer Musik. Da die Inder eine andere Tonleiter und ganz andere Instrumente verwenden als wir, ist die klassische Indische Musik überhaupt nicht mit unserer vergleichbar. Sie wird nicht nach Noten gespielt, sondern improvisiert, ein wenig wie Jazz. Schließlich duellieren sich die Instrumente gegen Ende der Vorführung, z.B. spielt eine Trommel gegen einen (!) Topf.
Die folgenden Tage waren kunterbunt. Es gab Vorführungen südindischer klassischer Tänze, aber auch Rock Shows (Inder lieben Headbanging), Hindi-Pop und eine Nacht der Choreographie. Nebenbei habe ich bei einem Kochkurs mit einer indischen Freundin den 1. Preis in der Kategorie „Herzhafte Gerichte“ mit einem Getränk gewonnen und 3 Tanzkurse belegt: Merengue, Salsa und Tango. Die Inder lieben es zu Singen und zu Tanzen, Frauen wie Männer. Indische Tänze sind jedoch sehr kraftvoll und mit viel Stampfen (auf Seiten der Männer) und intensiven Armbewegungen verbunden. Sie haben überhaupt nichts mit südamerikanischem Tanz gemeinsam und so sah ich mit meinen indischen Tanzpartnern sicher sehr ulkig aus. Beim Salsa haben wir immerhin einen Preis für das „bestgelaunteste Paar“ gewonnen! Für die Inder sind diese Tänze etwas super aufregendes, denn sonst kommen sich Männlein und Weiblein nie so nahe – Tango ist also für die Inder wie Händchen-halten und Arm-um-die-Hüfte-legen in einem. Glücklicherweise hatte mein Tanzpartner einige Zeit in den USA verbracht und wusste die Situation daher nicht falsch einzuschätzen…
Fotos gibt es übrigens wie üblich auf http://www.brittas-planet.de/3.html
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Kulturdimensionen
22.1.2008 von britta.mueller.
Wer von euch hat mal eine Vorlesung über Interkulturelles Management besucht? Kommen euch die interkulturellen Studien von Hofstede bekannt vor? Erinnert ihr euch an die Kulturdimensionen von Trompenaars? Nicht? Dann kommt hier eine kleine Nachhilfestunde…
Neutralität vs Emotionalität - zeigen wir unsere Gefühle?
Ich sitze im Unterricht und verstehe kein Wort. Ich werde wahnsinnig. Alle um mich herum nicken freundlich, wenn der Lehrer was sagt. Alles scheinen alles zu verstehen. Nach dem Unterricht werde ich kräftigst bemitleidet, weil ich ja angeblich im Unterricht geweint hätte. Häää? Ich habe nur verwirrt geguckt! Inder zeigen stets die gleichen Emotionen: ausgeglichen, freundlich, gut gelaunt. Egal was ist, egal was nicht funktioniert. Keiner weiß, wie’s drinnen ausschaut…
Individualismus vs Kollektivismus - funktionieren wir in einer Gruppe oder als Individuum?
Ich bin in 2 Wochen auf einer Hochzeit eingeladen, eine Nachtzugreise von Chennai entfernt. Ich habe beschlossen, ein langes Wochenende daraus zu machen und ein Bergdorf zu besuchen. Nadiya fragt mich jetzt schon zum 3. Mal, mit wem ich fahre. Ich antworte ihr zum 3. Mal “Ich fahre allein”. Sie sagt, sie hätte bisher geglaubt, es wäre ein Witz gewesen… Inder machen einfach nichts alleine. Inder haben auch keine unabhängige Meinung - sie folgen der Mehrheit. Wer aufbegehrt, ist ein Außenseiter.
Serialität vs Parallelität: Tun wir Dinge gleichzeitig oder nacheinander?
In meinem Computational Finance Kurs gibt es 5 durchnummerierte Hausarbeiten. Sie folgen dem Unterrichtsschema. Die Abgabereihenfolge ist jedoch 2 - 1 - 4 -3 - 5… Ständig sagt mir irgendwer ich solle wieder irgendetwas neues machen - dabei habe ich noch nicht mit meiner letzten Aufgabe abgeschlossen… Das führt bei mir beizeiten zu einem unglaublich hohen Stresslevel…
Machtdistanz: Wie distanziert stehen wir Vorgesetzten, Lehrern, Eltern gegenüber?
Jeder Professor wird mit “Sir” oder “Madam” angesprochen. Und zwar in jedem Satz, bei jeder Frage. Ich komme mir ein bisschen vor wie bei der Armee. Betritt ein Professor den Raum (außerhalb des Unterrichts) so steht man höflich auf. Hält ein Externer einen Vortrag, so verliest zuvor ein Student dessen gesamte Vita. Bei einer Podiumsdiskussion, die ich besucht habe, dauerte dieses ehrwürdige Verlesen allein eine Viertelstunde…
Universalismus vs Partikularismus - Was ist wichtiger, Regeln oder Beziehungen?
Meine Freundin Nadiya beginnt gerade mit ihrer Doktorarbeit bei einem Proefssor, der sehr unstrukturiert arbeitet, bekannt für unfaire Noten ist und dafür, dass er gerne seine eigenen Aufgaben an Studenten abgibt. Da ein Bekannter von Nadiya aber bei diesem Professor promoviert hat und er außerdem aus dem gleichen Bundesstaat ist wie sie, ist es klar, das Nadiya bei ihm promoviert. Sie sagt mir: “Das ist nicht so einfach wie bei euch. Ich kann nicht einfach zu einem anderen Professor wechseln. Dann würde ich von allen schlechte Noten bekommen.”
Ich könnte alle erforschten Dimensionen mit Annekdoten füllen: Indien scheint sich überall genau am anderen Ende der Skala zu befinden als Deutschland…
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Indien - zukünftige Weltmacht oder ein Haufen Elend?
22.1.2008 von britta.mueller.
Vielleicht habt ihr das Bilder unseres Management-Events vom vorletzten Wochenende gesehen: Gurcharan Das, ein bekannter indischer Management Guru (Buch: “India Unbound”) hält einen Vortrag über ”Emerging India”. Die Zahlen, die er präsentiert, sind faszinierend: längst hat Indien über 1 Mrd. Einwohner und bekommt jedes Jahr 15 Millionen hinzu. Die Wirtschaft wächst kontinuierlich um 8-9%. In den nächsten Jahren wird Indien eine magische und sehnsüchtig erwartete Zahl erreichen: 30% der Bevölkerung werden zum Mittelstand zählen. Deren Konsumnachfrage kurbelt das Wirtschaftswachstum weiter an. Der neue Tata Nano, das soeben in Indien entwickelte 2500-Euro-Auto, wird die Mobilität deutlich weiter erhöhen. Mit einem nennenswerten Bevölkerungsanteil in der Mittelschicht wird sich die Politik ändern müssen, weg von Korruption und Vetternwirtschaft hin zu sozialer Gerechtigkeit und westlicher Infrastruktur. Die indische Rupie wird bis 2050 die weltweit führende Währung, indisches Englisch zur führenden Weltsprache, Indien eine führende Wirtschaftsmacht.
Wirklich? Indien überspringt einfach die industrielle Revolution und wird vom Agrarstaat durch IT, den treibenden Motor der Wirtschaft, zur zukünftigen Weltmacht?
So lange ich mein behütetes Leben hier auf dem IIT Campus führe, könnte ich diese schöne, so oft hier gepredigte Vision, glauben: Jeder hier spricht englisch, jeder kann lesen und schreiben, überall stehen PCs. Alle haben ein kleines Wohlstands-Bäuchlein, keiner muss hungern. Die Management-Ausbildung ist anspruchsvoll. Die Menschen scheinen irgendwie “besser” zu sein als im Westen: keine Exzesse, sondern Bescheidenheit. Man raucht nicht, trinkt nicht, kennt sämtliche Sagen der Veden und der Bhagavad-Gita (heilige Bücher des Hinduismus) - Spiritualität und Kapitalismus in perfekter Symbiose vereint.
Doch so gerne ich den indischen Traum vom schnellen und friedilchen wirtschaftlichen Aufschwung glauben möchte, es bleiben Zweifel.
Immer noch liegt die Alphabetisierung in der Bevölkerung erst bei 40%. 2003 wurde 20% der Bevölkerung Unterernährung bescheinigt. Auch wenn die Quote stetig sinkt, immer noch leben 30% der Bevölkerung von weniger als 1 US $ am Tag. Immer noch werden Lehrstellen an öffentlichen Schulen von mehreren Lehrern besetzt in der Hoffnung, dass wenigstens einer von ihnen zum Unterricht erscheint (dasselbe gilt für Krankenschwestern in öffentlichen Krankenhäusern).
Während meine Kommilitonen Vorlesungen über IT-Management hören, laufe ich mir mit Administrations-Zetteln die Füße wund - im IT-Land Indien schlägt Bürokratie immer noch sämtliche denkbaren Vorteile elektronischer Kommunikation.
Ich wünsche Indien alles Gute. Aber ich wünsche vor allem seiner heranwachsenden Management-Elite, dass sie vor Begeisterung und Stolz über ihre neuen Errungenschaften nicht die Augen verschließt vor den großen Herausforderungen, die ihre Generation noch meistern muss…
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Neue Fotos!
12.1.2008 von britta.mueller.
Neues Fotoalbum, altes Passwort (annett). Schaut euch mal mein Zimmer, meinen Campus, meine Freunde an: http://www.brittas-planet.de/3.html
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Ein typischer MBA-Tag in Indien
12.1.2008 von britta.mueller.
6:30 Uhr
Lautes Getöse draußen. Die Affen sind los. Mülleimer werden durchstöbert und umgeworfen, Affenmännchen jagen sich gegenseitig, das Geschrei ist groß und Schlafen unmöglich. Jetzt gibt es nur 2 Möglichkeiten: liegen bleiben und überlegen, was heute alles zu tun ist, oder aufstehen und laufen gehen. Variante 2 bedeutet: ab ins Campus-Stadion. Inder betreiben grundsätzlich Cricket als einzigen Sport – mit meinem Laufoutfit falle ich auf dem Weg zum Stadion daher immer als Exotin auf.
7:15 Uhr
Höchste Zeit, ab unter die Dusche – ab 7:30 duschen so viele, dass es kein Wasser gibt. Es gibt nur kaltes Wasser. Nicht vergessen, Klopapier mitzunehmen und bloß nicht hinsetzen auf der einzigen verfügbaren westlichen Toilette in unserem Shared Bathroom.
7:45 Uhr
Jetzt aber schnell zur Mess, unserer Frauen-Mensa. Da das Toast labberig ist und die Marmelade viel zu süß, frühstücke ich indisch: entweder Reis mit Curry oder Idlies (Reisbrot), Uttaphams (Weizenfladen) oder was es sonst, je nach Wochentag, gibt. Mit Chai, diesem köstlichen, starken, indischen Tee.
8:00 Uhr
Ab in den Unterricht. Montage und Dienstage sind besonders schlimm, da habe ich nämlich bis 19:00 Uhr Unterricht. Die Kurse dauern jeweils 2 Stunden. Langsam habe ich mich an das englisch gewöhnt. Mehr unter „Ein indischer MBA“.
12:00 Uhr
Zeit zum Wäsche waschen (mit kaltem Wasser im Eimer), Sachen zum Bügeln abgeben (2 Rps pro Teil = 4 Cent), oder versäumte Hausaufgaben für den Nachmittag nachholen.
12:40 Uhr
Ab zur Mess – ich bin schon wieder zu spät dran, um 13:00 Uhr fängt doch der Unterricht schon an! Ich esse 2-3 verschiedene Curries, Reis, indisches „Brot“ und Curd (eine Art Joghurt). Dazu ein paar Gurken- oder Tomatenstücke Bis jetzt esse ich noch mit einem Löffel. Vielleicht steige ich bald endlich auf Finger um, aber dann rieche ich den ganzen Tag nach Curry…
16:00 Uhr
Wenn ich jetzt gerade keinen Unterricht habe, sondern nach Hause gehe, sind die Affen wieder unterwegs. Wie immer in der Morgen- und Abenddämmerung
bis 19:00 Uhr
Unterricht und/oder Lernen. Ab etwa 18:00 Uhr ist es dunkel.
20:30 Uhr
Abendessen in der Mess mit den Mädels aus meiner Klasse. Es ist jedes mal tierisch laut, weil alle durcheinander reden, lachen und schreien. Ich esse so was ähnliches wie zu Mittag, aber abends gibt es jeweils auch etwas Obst.
Alkohol und Nikotin sind auf dem Campus übrigens verboten, und eine Fleischbeilage zum Essen kostet ein saftiges Extra (noch mal so viel wie das ganze Vegetarische Mittagessen – OK, sind nur 50 Cent…), habe ich mir erst einmal gegönnt. Ich lebe ja sooo gesund…
21:00 Uhr
Let’s go for a walk – oft machen wir nach dem Abendessen einen kleinen Spaziergang.
21:30 Uhr
Die Inder fangen jetzt zu „arbeiten“ an, d.h. Gruppenarbeit, Präsentationen, Hausaufgaben, Internetrecherche… Ich versuche mir das aufs Wochenende und auf die Nachmittage zu legen, weil das Klima mich immer recht schläfrig macht. Also lese und beantworte ich abends nur Mails und schaue, was es so Neues in der Welt gibt.
23:30 Uhr
Langsam wird es etwas ruhiger im Hostel. Ich mache das Licht draußen auf dem Flur aus und versuche bei immer noch über 20°C zu schlafen…
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Mädelsabend in Indien
4.1.2008 von britta.mueller.
Gestern Abend haben meine süßen Kommilitoninnen mit mir gemeinsam in der Mensa zu Abend gegessen. Dort gibt es jeweils Pappadum (dünnes, krispiges Fladenbrot), Roti (süßlicheres, dickeres Weizenfladenbrot) und Reis mit verschiedenen Curries, für mich sehr lecker, und zum Nachtisch eine Banane oder Curd (Büffelmilchjoghurt, der mit viel Zucker auch schmeckt). Die Mädels aus Nordindien beschweren sich darüber, dass ihnen das Essen nicht schmeckt. Ich merke den Unterschied zwischen nord- und südindischer Küche natürlich noch nicht so richtig, außer dass südindische Gerichte generell etwas schärfer, aber durchaus genießbar sind.
Nach dem Essen wollten die Mädchen sich bewegen, um Gewicht zu verlieren. Gute Idee, dachte ich, und bin mitgegangen. Es stellte sich heraus, dass wir einen Spaziergang von ca. 10 Minuten um den Sportplatz machen sollten… Sehr sportlich!
Schließlich wurde ich noch mit zu Meghna eingeladen. Sie ist mit 26 die Älteste in meinem Kurs und wird „Mate“ (Mutter) genannt. Die anderen Mädchen, auch alle sehr nett, quirlig und lustig, sind zwischen 23 und 25 und haben zum größten Teil vor dem MBA Ingenieurswissenschaften studiert. Wir saßen lange erst zu viert, dann zu siebt in Meghna’s Zimmer. Bei einer Diskussion über Unterschiede zwischen Europa und Indien kamen nach Käse schnell auf das Thema „arranged marriages“. Wer in Indien mit spätestens 26 Jahren (in der gebildeten Schicht, sonst 22) noch nicht verheiratet ist, für den suchen die Eltern einen Partner. Die Eltern der Braut zahlen viel Geld für die einwöchige Hochzeit und geben ihrer Tochter etwa einen Ausgleich für ihr Erbe mit, das sie mit der Hochzeit an ihre Brüder verliert. Gesetzlich verboten sind inzwischen sogenannte „Dowries“, hohe Auslöse-Summen, die die Eltern des Bräutigams von den Eltern der Braut erpressen. Sie kommen trotzdem in den weniger wohlhabenden Schichten noch vor, und als Druckmittel wird stets damit gedroht, den Ruf der Braut zu verderben, wenn die Eltern nicht einwilligen.
Meghna heiratet diesen Oktober einen Jungen, den ihre Eltern mit ausgesucht haben, mit dem sie sich jedoch auch gut versteht.
Ein Single-Leben ist für eine Frau in Indien keine Option… Also, liebe Eltern daheim, dann fangt mal an für mich zu suchen und zu sparen ![]()
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Shaking That… Head! Britta und die Inder
4.1.2008 von britta.mueller.
Wie schon berichtet, stand mir bei meiner Ankunft Madu zur Seite, um mir bei allem zu helfen. Schnell habe ich festgestellt, dass es nicht „nein“, „jein“ oder „geht so“ heißt, wenn sie mit dem Kopf wackelt. Alle Inder wiegen den Kopf von einer Seite zur anderen als sei er nicht richtig auf dem Hals befestigt, wenn sie etwas erzählen oder Fragen beantworten… Eine bestimmte Bedeutung hat das scheinbar nicht, führte jedoch schon zu meinem ersten kulturellen Missverständnis: Als ich etwas zu Essen bestellte und der Kassierer den Kopf schüttelte, dachte ich zunächst, es gäbe nichts mehr… Irrtum!
Alle hier sind äußert freundlich und hilfsbereit. Einige Episoden:
- Anmeldung beim Hostel-Management - Unterkunft und Verpflegung sollten 100 Rps am Tag kosten (etwas weniger als 2 €). Nachdem wir 3 x weiterverwiesen wurden, kamen wir endlich bei einem Herrn an, der mich registrieren konnte. Er war besorgt, dass mir die Standardverpflegung nicht schmecken könnte und empfahl mir, zunächst einmal mit vergünstigten Coupons das Essen anzutesten, um Geld zu sparen (man beachte dabei oben stehende Preise). Jetzt zahle ich nur 29 Rps pro Tag für mein Zimmer (60 Cent!!!).
- Beim Einlösen eines Mittagessens-Coupons habe ich versehentlich in der Mensa 35 statt 25 Rps abgezählt. Der Herr, der die Coupons einsammelt, kam mir bis an den Platz nachgelaufen um mir die 10 Rps (20 Cent) zurück zu geben.
- Heute regnet es in Strömen. Draußen steht alles unter Wasser. Ich habe ein vorbeikommendes Mädchen gefragt, ob sie mich unter ihrem Schirm vom Wohnheim bis zur Mensa mitnimmt. Sie ist daraufhin bis zum Rückweg nicht von meiner Seite gewichen und hat mich auch herzlich in ihr Zimmer eingeladen.
Es gibt natürlich auch weniger positive Eigenschaften der Inder, die ich mit Humor nehme und an die ich mich ganz langsam gewöhne: Madu kommt zu jeder Verabredung mindestens eine Stunde zu spät oder gar nicht. Das ist total normal. Selbst der Dekan verschläft regelmäßig. So fing sein Kurs gestern erst um 8:40 Uhr statt um 8:00 Uhr an und fiel heute ganz aus, nachdem er bis 9:00 Uhr nicht aufgetaucht war. IST steht also berechtigt nicht nur für „Indian Standard Time“ sondern auch für „Indian Stretched Time“…
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