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- Allgemein (42)
- 16.4.2008: Fotos sind da!
- 4.4.2008: Ich packe meinen Koffer und nehme mit...
- 3.4.2008: Gemischte Eindrücke einer langen Reise
- 2.4.2008: Sayings about India…
- 1.4.2008: Du weißt, dass du lange in Indien gewesen bist, wenn...
- 20.3.2008: All India Tour Part 1 (Fotos auf Brittas-Planet!)
- 12.3.2008: Von der Herausforderung, eine indische (Ehe)Frau zu sein
- 12.3.2008: Hetali’s Hochzeit
- 12.3.2008: Abschied nehmen von Chennai
- 4.3.2008: Klassenfahrt nach Kerala!
All India Tour Part 1 (Fotos auf Brittas-Planet!)
Hallo Ihr Lieben,
nachdem ich in Diu, einem “Beach Resort” nach Hetali’s Hochzeit einige Tage Zeit zum Faul sein und Hausarbeiten-zu-Ende-schreiben hatte, hat nun meine grosse All-India-Tour mit Sandra begonnen.
Diu, das war eine kleine, ehemals portugiesische Insel vor Gujarat. Aus portugiesischer Zeit fanden sich noch viele kleine und grosse Kirchen, die fuer mich in Indien stets ein willkommener Ort der Ruhe und frischen Luft sind. Die Straende waren leer bis auf einige maennliche Reisegruppen, die nach echt indischer Manier eine Menge Krach gemacht haben. Strand, das bedeutet in Indien (ausserhalb der Touri-Hochburg Goa) allerdings auch nicht Sonne, Bikini und Baden, sondern verhuellte Spaziergaenge, auf denen man an zahlreichen Staenden, die am Strand entlang verteilt sind, allerlei Snacks wie geroestete Erdnuesse, Bhel Puri oder Eis probiert.
Von Diu bin ich nach Mumbai geflogen. Mumbai, davor hatte ich eine Menge Respekt… Eine sechzehn-Millionen-Stadt alleine besuchen, ist das so eine gute Idee? Am ersten Tag stellte sich heraus, ja. Ich fand meinen Weg in ein Frauen-Abteil eines der weltbekannten Mumbai local trains (ja richtig, die auf deren Daechern Leute sitzen und die vor Menschenmengen aus allen Naehten platzen) und kam so nach ‘downtown’. Mein erster Eindruck erinnerte mich an London im Sommer mit all den viktorianischen Kolonialbauten, die die Englaender hinterlassen hatten. Mumbai ist zu gleich reicher und aermer als der Rest Indiens. Waehrend auf der einen Seite moderne Upper-Class-Inderinnen im Mini-Rock an mir vorbeispazierten, bettelten auf der anderen Seite kleine Kinder aus dem naechst gelegenen Slum. Mehr als die Haelfte von Mumbai’s Bevoelkerung lebt in Slums und dieser krasse Kontrast von arm und reich wirkt auf uns Europaer immer befremdlich. Aber in Indien gilt “poverty is just another way of life” (Zitat von einem Kommilitonen) und man muss lernen, Armut und soziale Gegensaetze zu akzeptieren, um sich ohne Kulturschock frei bewegen zu koennen.
Am Abend war ich dann bei Shilpa’s (Kommilitonin) Eltern zum Essen eingeladen, hmmmm… koestlich! Nach einem Bootsausflug nach Elephanta Island, einer vorgelagerten Insel mit uralten Hoehlen, in deren Stein Goetter gemeisselt wurden, konnte ich dann am Samstag abend endlich Sandra in Empfang nehmen!
Welch Erleichterung! Nach 2 1/2 Monaten konnte ich endlich all die Geschichten, die ich in diesem Jahr erlebt habe, auf jemanden einplappern. Der armen Sandra haben glaub ich spaetestens am naechsten Tag die Ohren geklingelt. Nach einem Besuch auf dem Mumbai IIT-Campus, wo ich noch einige Kommilitonen treffen und mich verabschieden konnte, haben wir uns auf den Weg nach Udaipur gemacht.
Udaipur, das liegt in Rajasthan, dem wohl meist besuchten Staat in Indien neben Goa. Doch waehrend sich in Goa die Hippies am Strand tummeln, wird Rajasthan wegen seiner Maharaja Palaeste, Wueste und nordindischen Kultur besucht. Udaipur liegt an einem See, auf dem zwei Maharaja Palaeste wie aus 1001 Nacht schwimmen (auf einem wurde der “Octopussy” James Bond gedreht, der in den meisten Touri-Restaurants den ganzen Abend rauf und runter gespielt wird). Obwohl die Altstadt mit See und Palaesten wohl der romantischste Ort in Indien ist, der mir bisher begegnet ist, fuehlte Udaipur sich fuer mich doch ein bisschen befremdlich an, da auf einmal ueberall Weisse waren, wir mehr Deutsch und amerikanisches Englisch als Hindi hoerten und das Preisniveau auf fast europaeische Verhaeltnisse hoch schnellte. Leider musste ich an verschiedenen Stellen immer wieder feststellen, dass ich jetzt, da ich mich nicht mehr im “sicheren Kreis” meiner indischen Freunde bewege, sondern als typisch westlicher Tourist angesehen werde, auch dem “Overcharging” zum Opfer falle, das heisst man verkauft uns teurere Bustickets, wir bezahlen den 50% Aufpreis fuer eine Flasche Wasser und und und… Fuer westliche Verhaeltnisse ist es natuerlich immer noch guenstig, so dass wir uns mit dem Aufregen zurueckhalten und trotz ueberhoehter Preise in einen indischen Kochkurs investiert haben. Wir freuen uns schon, euch ein leckeres vegetarisches echt indisches Mal zuzubereiten, sobald wir wieder daheim sind!
Von Udaipur ging’s dann per Bus weiter nach Mt Abu, einem Ort in den Bergen, der hauptsaechlich von indischen Touristen besucht wird und mir so wieder “heimischer” vorkommt.
Schaut euch doch einfach mal die Fotos an, die es auf Brittas Planet gibt!
(PS Leider habe ich immer noch keine Hochzeitsbilder hochgeladen, sorry, naechstes mal….)