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- Allgemein (42)
- 16.4.2008: Fotos sind da!
- 4.4.2008: Ich packe meinen Koffer und nehme mit...
- 3.4.2008: Gemischte Eindrücke einer langen Reise
- 2.4.2008: Sayings about India…
- 1.4.2008: Du weißt, dass du lange in Indien gewesen bist, wenn...
- 20.3.2008: All India Tour Part 1 (Fotos auf Brittas-Planet!)
- 12.3.2008: Von der Herausforderung, eine indische (Ehe)Frau zu sein
- 12.3.2008: Hetali’s Hochzeit
- 12.3.2008: Abschied nehmen von Chennai
- 4.3.2008: Klassenfahrt nach Kerala!
Archive für Februar 2008
Bilder aus Tamil Nadu
29.2.2008 von britta.mueller.
Nein, ich habe in den vergangenen Monaten nicht ausschließlich gelernt, Hausarbeiten geschrieben und gegessen… Ich habe auch auf einigen wenigen Ausflügen Chennai und Umgebung kennengelernt. In meiner neuen kleinen Foto-Sammlung findet ihr unter der Rubrik “Chennai & Around” Bilder von…- Chennai, meiner Studienstadt am Meer mit dem zweitlängsten Strand der Welt, obgleich dieser nicht zum Baden einlädt
- Mahabalipuram, einem Urlaubsort am Meer, in dem man einige imposante Tempel besichtigen kann
- Pondicherry, einer ehemaligen französischen Kolonie, die langsam, fünfzig Jahre nach Abzug der Franzosen, ihren Kolonialcharme verliert
- Dakshina Shitra, einem Freilichtmuseum über Südindien mit regionaltypischen Häusern, Handwerk und Informationen über die Geschichte der vier südindischen Staaten Tamil Nadu, Kerala, Andrah Pradesh und Karnataka
- Tada, einem Ausflugsziel in Andrah Pradesh, bekannt für seine Wasserfälle (die wir aus Zeitmangel leider nicht erreicht haben)
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Pondicherry – Ein Abenteuerausflug…
29.2.2008 von britta.mueller.
Es ist geschafft. Zwar sind noch drei Hausarbeiten zu schreiben, aber heute, nach meiner vierten Klausur, will ich davon mal nichts hören. Ich habe die letzten zwei Wochen pausenlos durchgearbeitet, mich an fünf Stunden Schlaf gewöhnt, drei Hausarbeiten, zwei Präsentationen und vier Klausuren hinter mich gebracht. An so einen Stress bin ich seit Spanien gar nicht mehr gewöhnt… Zur Feier des Tages steht deshalb heute ein Ausflug nach Pondicherry auf dem Programm.
Mein Kommilitone Pritam hat mir den Vorschlag gemacht, nach Pondicherry zu fahren, weil er es für unmöglich hält, dass ich Südindien verlasse, ohne dort gewesen zu sein. Pondicherry war bis in die sechziger Jahre eine französische Kolonie und ob einiger Reste französischer Architektur ein beliebtes Touristenziel. Pritam hat sich für unseren Auflug das Motorrad eines Freundes ausgeliehen. Los geht es!
Wir lassen Chennai hinter uns und biegen auf die East Coast Road (ECR), eine gut ausgebaute Maut-Landstraße, auf der wir bis Pondy 120 km zurücklegen müssen. Die ECR führt entlang der Küste, vorbei an Dakshin Shitra und Mahabillipuram, Orten, die ich schon kenne. Nach Mahaballipuram führt die ECR lange durch „nichts”. Ich genieße den frischen Fahrtwind (der darüber hinwegtäuscht, dass es 35 Grad Mittagshitze sind und ich mir gerade den Sonnenbrand meines Lebens hole), sehe Reisfelder, unberührte Wälder und Salzfelder. Ja richtig, wie zu Gandhi’s Zeiten wird hier Salz aus dem Meer gewonnen, in dem Meerwasser in großen Becken gesammelt wird um dort zu verdunsten. Das gewonnene Salz lagert in kleinen Häufchen am Straßenrand und wird zur Weiterverwendung an die großen Lebensmittelkonzerne verkauft.
Wir machen einen dieser typischen indischen Reisehalte am Straßenrand, um eine „tender coconut” zu kaufen. Tender Coconut ist so etwas wie ein indischer Energydrink, 100% ökologisch abbaubar: Den nahrhaften süßlichen Saft dieser Kokosnuss trinkt man zunächst mit einem Strohhalm. Dann schlägt der Verkäufer die Nuss mit einem Beil auf, so dass man das weiche, fleischige Kokosnussinnere essen kann.
Nach dreieinhalb Stunden Fahrt erreichen wir endlich Pondy. Unsere erste Station ist Auroville, eine Kommune, die von einem indischen Guru und einer Französin 1968 gegründet wurde, aus Hippies aus aller Welt besteht und einer Art Religion von Frieden und Harmonie folgt. Obwohl ich das ganze Hippie-Tingeltangel und die plötzliche Dichte von Menschen meiner Hautfarbe etwas befremdlich finde, genieße ich die Sauberkeit, einen frischen Salat, eine französische Spinatquiche und die herrliche Ruhe, die uns hier umgibt.
Nach Mittagessen und Besichtigungsspaziergang machen wir uns auf den Weg in die Stadt. Ein Teil der Straße ist gesperrt, so dass Pritam das Motorrad durch ein kleines Dorf lenken muss, in dem ich das Dorfleben, dass ich bisher nur aus dem Museum kenne, in Natura sehe – die Menschen leben in kleinen einfachen Holzhütten; Ziegen, Kühe und Hunde streunen umher und unser Motorrad sowie meine Präsenz sind eine Sehenswürdigkeit…
Im Stadtkern von Pondicherry angekommen, besuchen wir einen Ashram, eine Art Hindu-Kloster. Wie Auroville zeichnet sich der Ashram durch eine himmlische Ruhe aus, auch wenn zahllose Gläubige einströmen um sich vor einer Art Altar mit Blumen zu verneigen und sich dann, wortlos, im Schneidersitz auf den Boden zu hocken und zu meditieren.
Bevor wir unsere Rückfahrt antreten, erkunden wir noch die Strandpromenade und essen zu abend – aufgrund meiner indischen Begleitung komme ich leider nicht in den Genuss der angeblich köstlichen französischen lokalen Küche, sondern gebe mich einmal wieder mit Curry zufrieden. Meine Laune verschlechtert sich zunehmend aufgrund einiger äußerer Umstände. Auf der Suche nach einem Lokal steuerte Pritam durch einige dunkle Ecken von Pondy, die alles andere als französisch waren. Die Armut Indiens, an die ich mich aufgrund meines abgeschotteten friedlichen Lebens auf dem IIT-Camput noch nicht richtig gewöhnt habe, zeigt sich besonders intensiv, wenn es dunkel wird. Plötzlich sind die Straßenränder nicht mehr nur gesäumt von Kühen und Ziegen, sondern auch von zahllosen Menschengestalten, die, eingehüllt in einfache Decken, hier ihre Nachtruhe finden. Ich erlebe das zum ersten mal und fühle mich dabei noch nicht gerade wohl. Mir graut außerdem vor der Rückreise, die mindestens vier Stunden dauern wird. Vier Stunden im Dunkeln ohne Helm und Jacke auf einem Motorrad, dessen Tacho nicht mehr funktioniert und das nicht in Tamil Nadu gemeldet ist… Mir wird mulmig und ich muss zugeben, ich habe diesen Ausflug unterschätzt. Während ich in Anbetracht dieser Aussichten lustlos an meinem Paneer Masala knabbere, schmatzt und rülpst Pritam genüsslich über seinem Abendessen nach bester indischer Manier…
Als wir die Rückfahrt antreten, bestätigen sich meine Befürchtungen. Weil Pritam sich nur halb so gut auskennt wie vorgegeben, dauert es erst mal eine Stunde, bis wir unseren Weg aus der Stadt heraus finden. Endlich auf der East Coast Road, beginne ich fürchterlich zu frieren. Zweieinhalb Stunden lang rasen wir durch die Dunkelheit. Meine Kontaktlinsen sind von der feuchten Luft beschlagen und ich kann nur schemenhaft die LKWs und Busse ausmachen, die uns knatternd und schlecht beleuchtet entgegenkommen. Endlich erreichen wir den Stadtrand von Chennai, da kommt, was zu befürchten war: eine Polizeikontrolle.
Unser Motorrad ist nicht in Tamil Nadu, sondern in Andrah Pradesh angemeldet, einem benachbarten Bundesstaat. Das ist illegal und kostet offiziell eine Strafe von 2000 Rupees, umgerechnet ca. 35 €, in Indien sehr viel Geld. Die Beamten, die uns kontrollieren, sind natürlich korrupt. Zunächst beleidigen sie uns kräftig, beschuldigen uns betrunken zu sein und wer weiß was gemacht zu haben. Ein jüngerer Beamter hat großen Spaß daran, mich über meine Herkunft und mein Studium auszufragen und es fällt mir schwer, ihn ernst zu nehmen und freundlich zu bleiben. Sein Chef verkündet dann seine Bereitschaft, die Sache für 500 Rupees auf sich beruhen zu lassen. Pritam verhandelt. Wir kommen mit 200 Rupees davon. Willkommen in Indien.
Aber es kommt noch schlimmer… Nur wenige Kilometer nach der Polizeikontrolle gibt das Motorrad seinen Geist auf. Pritam versucht und versucht zu starten, aber nichts tut sich. Es sind noch immer zehn Kilometer bis zum Campus… Nachdem wir zwei geschlossene Tankstellen zu Fuß abgeklappert haben, weil der Verdacht nahe liegt, dass uns einfach Benzin fehlt, hat Pritam die hervorragende Idee, einen Freund anzurufen, der uns dann auf seinem Motorrad abholen könnte. Mir wird das langsam zu viel. Nach bester europäischer Diva-Manier bestehe ich darauf, ein Taxi oder eine Autorikscha zu nehmen, anstatt mitten in der Nacht verloren hier zu stehen und zu warten. Pritam kann meine Verzweiflung nicht so recht verstehen, aber willigt schließlich ein. Unsere bis dahin so gute Freundschaft nimmt durch mein Verhalten einen intensiven Knacks, der sich in den nächsten Wochen nicht mehr reparieren lässt. Pritam fühlt, ich hätte ihm misstraut. All mein Dank für den Ausflug und Bitten um Verständnis für die mit zuwideren Umstände können daran nichts ändern.
Um zwei Uhr nachts bin ich endlich in meinem Zimmerchen angelangt. Ein weiterer Tag Indien intensiv geht zuende…
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Eine südindische Hochzeit!
4.2.2008 von britta.mueller.
Endlich ist der Tag gekommen: Ich fliege zu einer indischen Hochzeit nach Coimbatore! Die Schwester von Sujay, einem indischen Kommilitonen aus meiner Mannheimer Klasse, heiratet. Obwohl ich Sujay noch nie in meinem Leben getroffen habe (als ich in Spanien war, war er in Kanada, jetzt studiert er gerade in Dänemark), hat er mich sofort spontan eingeladen, da Coimbatore nur eine Flugstunde von Chennai entfernt ist.
Eigentlich wollte ich mir ein langes Wochenende frei nehmen und neben Sujay’s Heimatstadt noch eine Bergregion besuchen, aber spontan wurde für den heutigen Samstag eine Klausur anberaumt, so dass ich die Bergregion aus meinem Trip streichen musste. Zum Glück gab es noch ein Flugticket und ich schaffe es rechtzeitig zur Hochzeit!
Sujay holt mich mit Freunden vom Flughafen ab. Ich erkenne ihn gleich von den Fotos, die ich gesehen habe. Aus unseren Konversationen am Telefon und per Email klang er immer so wie ein guter Schulfreund – jetzt, da ich ihm gegenüberstehe, sehe ich einen schüchternen, stillen, jungen Inder, der mich sehr an meine eigenen Klassenkameraden in Chennai erinnert. Er fährt mich zu zwei Freundinnen, bei denen ich die Nacht vor dem großen Fest verbringen kann.
Die beiden Mädchen, Nandini und Megha, sind aus Kerala und studieren Psychologie. Zum Abendessen nehmen sie mich in eine kleine Hütte mit, in der ich offensichtlich als erste Westlerin zu Gast bin. Die starrenden Blicke sind sehr freundlich. Der Wirt kürt mich umgehend zu seinem persönlichen Ehrengast und bringt mir alles, was die Küche zu bieten hat. Statt mit einem Löffel von einem Teller esse ich mit den Fingern von einem Bananenblatt und bin froh über eine Abwechslung gegenüber meinem typischen Kantinen-Essen! Nandini und Megha sind sicher, der Wirt werde sicherlich die nächste Woche lang jedem Gast erzählen, dass eine Deutsche bei ihm zu Gast war!
Zurück im Zimmer von Nandini und Megha führen wir eine inzwischen schon vertraute Konversation über die Unterschiede zwischen Frauen im Westen und indischen Frauen (dazu später noch einmal mehr). Irgendwann fällt der Strom aus. Wir diskutieren bei Kerzenschein weiter und ich schließe die beiden in mein Herz. Sie schlafen zusammengedrängt in einem ihrer beiden Betten und überlassen mir das andere.
Ich kann vor Aufregung das Weckerklingeln zu verpassen kaum schlafen. Früh um 6:00 Uhr holt mich Sujay’s Freund Nariv mit seiner Mutter ab. Ich fahre mit zu ihm nach Hause, damit seine Mutter mir beim Ankleiden meiner Sari helfen kann. Eine Sari besteht einfach nur aus einem fünf- bis sechsmeterlangen Stück Stoff, etwa 1 Meter breit. Sie wird zu einem edlen Gewand umgeschlungen, was indische verheiratete Frauen täglich und zu Festlichkeiten alle Frauen tragen. Es dauert eine gute halbe Stunde bis Nariv’s Mutter und Cousine mich „eingewickelt“ haben (das Gewand hielt einen Tag lang mit nur 4 Sicherheitsnadeln). Mit einer glitzernde Kette, zahllosen Bangals (Armreifen) und sogar einem Bindi auf der Stirn sehe ich nun wirklich indisch aus!
Nariv und ich fahren zum Tempel, wo die Hochzeitszeremonie stattfinden wird. Angekommen, stürzt sich erst einmal der Hochzeitsfotograf auf mich. Beim Abendessen werde ich sehen, dass ich für ca. 3 Minuten in Nahaufnahme als Attraktion auf dem Hochzeitsvideo verewigt bin.
Gegen 7:30 Uhr beginnt die Zeremonie im Tempel. Sujay’s Schwester sieht wunderhübsch aus. Zunächst sitzen Braut und Bräutigam auf dem Boden und werden von all ihren Verwandten beglückwünscht und gesegnet. Dann kommt die „richtige“ Zeremonie mit einem Hindu-Priester, zu der der Austausch von Ringen und Blumenkränzen gehört. Währenddessen werfen die Gäste Safragn-Reis, der meine Hände bis zum Abend gelb färben soll.
Vom Tempel aus fährt die gesamte Hochzeitsgesellschaft zu einem großen Frühstück, was wir an langen Tafeln einnehmen - wieder von Bananenblättern, wieder sehr lecker. Ich weiß bald gar nicht mehr, wie ich mich zurück auf deutsches Frühstück umstellen soll, nachdem ich mich so an Reis, Fladenbrote und Chutneys gewöhnt habe…
Nach der Zeremonie bricht ein kleiner „Kampf“ darum aus, wer den weiteren Tag bis zum abendlichen Empfang mit mir verbringt. Es endet damit, dass ich zunächst bei Nandini und Megha ein Stündchen schlafe, danach mit Nariv und seinen Freunden zu Mittag esse und schließlich mit Sujay’s Cousine Amrita die Stadt erkunde. Amrita ist 19 und möchte gerne im Ausland studieren, deshalb hat sie tausend Fragen an mich. Wir düsen auf ihrem Mofa durch die Stadt, ich im Damensitz immer noch in meiner edlen Sari. Ich freue mich, dass wir unter anderem eine alte Missionarskirche besuchen, die auf mich sehr heimatlich wirkt.
Schließlich muss Amrita sich für den Abend bereit machen, und zwar in dem Schönheitssalon, in dem auch bereits die Braut und der restliche weibliche Teil der engeren Hochzeitsgesellschaft „behübscht“ werden. Ich habe die Gelegenheit, noch 2x beim Sari-Wickeln zuzuschauen in der Hoffnung, es irgendwann einmal selbst hinzubekommen. Die Salonbediensteten finden mich (wie jeder heute) sehr hübsch und malen mir die Augenbrauen schwarz, damit meine blasse Haut noch blasser wirkt. Inder finden das schön… Endlich habe ich auch die Möglichkeit, ein Foto mit der Braut zu bekommen. Sie sieht aus wie ein Püppchen mit ihren 24 Jahren und ist sehr aufgeregt: nicht nur wegen des Festtages, sondern auch, weil ihr Bräutigam aus Sri Lanka kommt. Das bedeutet für sie, bald dort hin zu ziehen und davor hat sie aufgrund des Bürgerkrieges Angst…
Endlich fahren wir zum Empfang. Amrita’s Vater fährt uns in einem Suzuki-Kleinwagen, in dem wir zu siebt (!!!) Platz nehmen.Der Empfang besteht aus dem kurzen Verlesen der Vita der beiden Familien und dem Anschneiden einer riesigen Torte, gefolgt von einem großen Buffet. Ich muss früh aufbrechen, um den letzten Flug zurück nach Chennai zu nehmen.
Auf dem Heimweg wird mir überall gesagt, wie hübsch ich doch in meiner Sari aussehe. Eine Westlerin in diesem Gewand zu sehen, ist einfach sehr ungewöhnlich. Selbst meine Freundinnen in Chennai, denen ich mein Gewand nach meiner Ankunft vorführe, holen sofort ihre Kameras… Ein aufbauendes Gefühl nach all den ernüchternden bis deprimierenden Studienerlebnissen der letzten Tage! Ein aufregendes Wochenende geht zu Ende.
Fotos wie üblich auf http://www.brittas-planet.de/3.html
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Saarang - kochen, tanzen, töpfern…
4.2.2008 von britta.mueller.
Vom 24.-27. Januar fand auf unserem Campus „Saarang“ statt, eines der größten Kulturfestivals Südindiens.
Das Fest begann mit einem Abend klassischer indischer Musik. Da die Inder eine andere Tonleiter und ganz andere Instrumente verwenden als wir, ist die klassische Indische Musik überhaupt nicht mit unserer vergleichbar. Sie wird nicht nach Noten gespielt, sondern improvisiert, ein wenig wie Jazz. Schließlich duellieren sich die Instrumente gegen Ende der Vorführung, z.B. spielt eine Trommel gegen einen (!) Topf.
Die folgenden Tage waren kunterbunt. Es gab Vorführungen südindischer klassischer Tänze, aber auch Rock Shows (Inder lieben Headbanging), Hindi-Pop und eine Nacht der Choreographie. Nebenbei habe ich bei einem Kochkurs mit einer indischen Freundin den 1. Preis in der Kategorie „Herzhafte Gerichte“ mit einem Getränk gewonnen und 3 Tanzkurse belegt: Merengue, Salsa und Tango. Die Inder lieben es zu Singen und zu Tanzen, Frauen wie Männer. Indische Tänze sind jedoch sehr kraftvoll und mit viel Stampfen (auf Seiten der Männer) und intensiven Armbewegungen verbunden. Sie haben überhaupt nichts mit südamerikanischem Tanz gemeinsam und so sah ich mit meinen indischen Tanzpartnern sicher sehr ulkig aus. Beim Salsa haben wir immerhin einen Preis für das „bestgelaunteste Paar“ gewonnen! Für die Inder sind diese Tänze etwas super aufregendes, denn sonst kommen sich Männlein und Weiblein nie so nahe – Tango ist also für die Inder wie Händchen-halten und Arm-um-die-Hüfte-legen in einem. Glücklicherweise hatte mein Tanzpartner einige Zeit in den USA verbracht und wusste die Situation daher nicht falsch einzuschätzen…
Fotos gibt es übrigens wie üblich auf http://www.brittas-planet.de/3.html
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